Claudius in Lateinamerika

Un mono en Colombia

20 Oktober 2005

Von La Ceiba über Trujillo nach Puerto Lempira

Der Oktober fing so an, dass ich trotz endlich angewohnten Frühaufstehens, nicht morgens wie geplant La Ceiba Richtung Trujillo verlassen konnte, weil die Frau, die meine Wäsche am Vortag gewaschen hatte, diese anscheinend nicht ausgewrungen hatte. So gönnte ich mir ausnahmsweise ein reichhaltiges Frühstück, welches sonst schon allein wegen des Zeitmangels nicht stattfinden kann, das obendrein nicht nur lecker sondern auch günstig war.
Danach ließ ich mir meine Schuhe reparieren und erkundigte mich nach dem Postamt. Dieses, welches anscheinend von der einheimischen Bevölkerung nicht intensiv genutzt wird, befand sich außerhalb des Zentrums.
Eigentlich war es nicht notwendig den Weg dorthin zurückzulegen, aber meine Langeweile und Neugier führten mich dorthin. Am Tag zuvor hatte ich noch spekuliert der Oma eine Karte zum Geburtstag zu schreiben - diese wäre aber hoffnugslos verspätet angekommen. Nachdem ich die Postamt-Idee vom Vortag augegriffen und umgesetzt hatte, ging ich zu Frisör, für den ich nun Geld durch das ersparte Porto hatte. Der Frisör kostete mich 40 Lempira (Währung von Honduras, 1,80 Euro), welcher ein durchschnittlicher Preis in Lateinamerika ist. Inzwischen war es bereits Mittag geworden, und ich packte meine Sachen, auch wenn noch nicht die ganze Wäsche trocken war, und nahm einen Bus nach Trujillo.

In Trujill muss von der Bushaltestelle ein Taxi ins Zentrum genommen werden. Dort suchte ich günstige Unterkünfte, was sich aber als schwierig gestaltete. Letztendlich musste ich 100 Lempira (4,50 Euro) für eine ziemlich heruntergekommene Unterkunft (Mar y Plata) ausgeben.

Am nächsten Tag, Sonntag, den 2. Oktober 2005, habe ich mir eine Festung im Zentrum von Trujillo angeschaut, wo ich ebenfalls nicht den Ausländer-Eintritt, sondern den Eintrittspries für Honduraner, wie auch in Copán, zahlte. Es gibt auch einige Strände in Trujillo, die mir aber von einem Australier, den ich am abend zuvor kennengelernt hatte, nicht empfohlen worden sind. Insgesamt ist Trujillo eine hässliche Provinzstadt ohne Reize.

Am nächsten Morgen führ ich gegen 6 Uhr mit einem Bus mit nach Corocito. Von dort nahm ich einen anderen Bus nach Bonito Oriental. Dort wartete ich sicherlich eine Stunde auf den Bus nach Iriona, ehe dieser gegen halb neun kam und nach wenigen Minuten die letzte Asphaltstraße verließ, und meine weiterer Weg mcih nur noch über Erdpisten in die Mosquitia
hrte.


















Nachdem wir gegen 10 Uhr Limon passierten, näherten wir uns gegen Mittag, auf der von Schlaglöchern gesäumten Straße, Iriona. Als man mir sagte, dass es noch eine halbe Stunde bis Iriona sei, überholte uns ein völlig mit Menschen überladener Jeep, welcher die einzige Transportmöglichkeit nach Palacios darstellt. Dieser Jeep war jedoch schon vorbeigefahren, aber da diese Jeeps meist in einer Kolonne fahren, kam etwa zwei Minuten später ein weiterer Jeep vorbei, den wir anhielten, und der mich zu einem überhöhten(aber einheimischen) Preis mitnahm. Der Jeep war ebenfalls hoffnungslos überladen, und ich schwärmte von dem Komfort, den ich an der guatemalekischen Grenze geniessen durfte. (Dort brachte meine Mutter und mich ein Kleinbus mit mehr Fahrgästen als Sitzgelegenheiten nach Puerto Barrios).
Auf diesem Jeep hockte ich einem fast im Schoss und hatte unmittelbar vor meinem Gesicht das Gesäss meines Vordermannes. Was mich nicht so sehr gestört hätte, wenn ich nicht noch gleichzeitig keinen festen Halt hatte und die Hockhaltung auf Dauer recht unbeqguem wurde.