Claudius in Lateinamerika

Un mono en Colombia

09 November 2006

Pressefreiheit

Nun bin ich schon seit ein paar Wochen in Bolivien. Im El Dorado der Pressefreiheit. Da wo nicht mal eben eine Razzia stattfindet, weil man angeblich Geheimnisvertat begangen hat. In Bolivien gibt es weder Cicero, noch Schily oder Goebbels sondern nur eine gelebte Pressefreiheit. http://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste-2006.html
In meinen ersten Ort in Bolivien, in Tiahuanaco, konnte ich eine sehr schoene Erfahrung machen, die uns allen Freude bereiten werden wird. Denn ich koennte jetzt von anderen Kleinstaedten in Entwicklungslaendern erzaehlen wo es Internet gibt. Ich koennte auch erwaehnen das in Tiahuanaco und vielen anderen kleinen Staedten mit Netzabdeckung etwa die Haelfte der Bevoelkerung(die andere Haelfte lebt in extremer Armut) ein Handy besitzt. Aber ich glaube das erzaehle ich besser nicht, denn es passt nicht in unser Bild von Entwicklungslaendern.Stattdessen endlich mal etwas was unser Weltbild bestaetigt.Jetzt kommts.In Tiahuanaco gibts kein Internet!Hah, wussten wir doch immer schon.Meine Reise von Kolumbien ging ueber Ecuador, Peru und schliesslich nach Bolivien in immer aemere Laender. In Tiahuanaco sah ich Statistiken und die Ziele der Regierung. Das war wirklich erschreckend vor allem die Ziele: 2005: 45 % der Bevoelkerung lebt in extremer Armut. Ziel 2025: nur 25 % in extremer Armut. 2005: 25 % der Kinder sind unterernaehrt. Ziel 2025: 13 % unterernaehrte Kinder. Bolivien ist nach Haiti und mit Nicaragua und Honduras das aermste Land Amerikas. Wobei Haiti(im puncto Armut) in einer anderen Liga zusammen mit Äthiopien, Sudan und anderen afrikanischen Staaten spielt.
Mit meiner Einreise nach Bolivien verringerte sich die Zeitdifferenz von 7 Stunden(in Kolumbien, Ecuador und Peru) auf 6 Stunden. Durch das Ende der Sommerzeit in Europa reduzierte sich die Differenz auf 5 Stunden. Die naechsten Tage reise ich nach Paraguay. Dann wird wegen der paraguayischen Sommerzeit die Differenz nur noch 4 Stunden betragen.
Von La Paz machte ich einen Ausflug nach El Alto um den Markt dort zu besuchen. Doch als ich in dieser sehr armen Vorstadt war, erkundigte ich mich auch gleich nach dem "Plaza Ballivian". Von dort fahren Busse nach Zongo. Dabei fahren sie ueber einen Pass nahe dem Huayna Potosí, einen 6088 Meter hohen Berg im Umland von La Paz. Ich wollte endlich mal einen Berg in Bolivien kennenlernen.Am naechsten Tag nahm ich tatsaechlich den Bus um 6 Uhr zu dem Pass nahe dem Huayna Potosí. Um 5 Uhr stand ich auf. Um halb sechs nahm ich den Stadtbus hinauf nach El Alto. Der Ausblick auf den von Wolken bedeckten Suedteil (der nur auf 3000 Meter Hoehe liegt, dort wo die 5 % der Oberschicht leben) der Stadt bei Sonnenaufgang war unbeschreiblich. Schliesslich nahm ich den Bus zum Bergpass. Dieser Ort ist das Basislager fuer die Besteigung des Huayna Potosí und liegt auf 4700 Meter üNN. Von dort lief ich bis zum Roca-Lager auf 5130 m üNN. Von dort konnte man Schnee sehen. Die meisten uebernachten hier um am naechsten Morgen um 3 Uhr aufzustehen und den Gipfel auf 6088 Meter zu erreichen und am mittag wieder zurueck zukommen. Dafuer benoetigt man einen Fuehrer(nein, ohne Schnurrbart), eine Ausruestung und muss eine Tour buchen die ueber 100 Euro kostet.Ich wollte jedoch am gleichen Nachmittag zurueck. Ich hatte jedoch keinerlei Ausruestung. So ueberlegte ich mir dort bis zum Argentino-Lager heraufzulaufen und dann wieder zurueck um den Bus nach El Alto zu bekommen, der mich uebrings 0,70 Euro fuer die einstuendige Fahrt berechnetete(relativ teuer fuer bolivianische Verhaeltnisse, denn fuer 1 Euro kommt man von El Alto bis Oruro[3 Stunden Fahrt]) Bevor ich mich zum Argentino Lager aufmachte lieh man mir eine Sonnenbrille und einen Stab. So bin ich mit Turnschuhen durch den Schnee bis zum Argentino-Lager auf 5425 Metern üNN gekommen. Von anderen Touristen erfuhr ich das dort Handyempfang moeglich ist(der Fuehrer bestellte von dort, das Taxi das unten am Basislager auf sie wartete), waehrend in manch einer Kleinstadt in Bolivien kein Netz vorhanden ist.
Nachdem ich wieder runter nach El Alto gefahren bin habe ich doch das Gefuehl bekommen Hoehenkrank oder so geworden zu sein. Also kaufte ich mir in El Alto zum zweiten Mal im meinem Leben eine Tuete Koka-Blaetter. Die Tuete kostete 0,10 €. Das Kilo kostet uebrings 4 €. Dieses linderte ein wenig die Kopfschmerzen und Uebelkeit an den folgenden Tagen.
Bereits in Tiahuanaco sollte der bolivianische Praesident Evo Morales zum entfachen des Feuers fuer die Suedamerikanischen Spiele in Argentinien im November 2006 erscheinen. Doch wegen seines Geburtstages am Vortag war er anscheint nicht dazu in der Lage. Als ich schliesslich in Oruro ankam erzaehlte man mir das am folgenden Tag der 400.Jahrestag der Gruendung Oruros begangen wird. Dazu wird der Praesident erscheinen. Leider wusste keiner genau wann. So scheiterte schon wieder ein Treffen mit Evo Morales. Dieses perfide Verhalten erinnert mich doch schon an Juan Carlos I den ich sowohl in Palma de Mallorca im Mai 2005 bei seinen Urlaub treffen sollte bis er im Juni 2006 es sich leistete das Museum Reina Sofía in Madrid zu besuchen und mich nicht einzuladen. So musste ich demuetigend mit Touristen vor dem Museum stehen.
Von Oruro besuchte ich noch den See Uru Uru der aber enttaeuschte, da er ausgetrocknet war. Cala Cala konnte nicht erreicht werden.
In Challapata habe ich Allerseelen auf bolivianisch kennengelernt. Irgendwie kam mir alles recht dekadent vor, bis ich Parallelen zu unserem Christi Himmelfahrt bzw. Vatertag bemerkt habe. Die Leute treffen sich alle am Friedhof und stellen Tische mit Brot auf. Auf diesen Tischen ist ein Foto eines kurzlich verstorbenen nahen Verwandten zu sehen. Nun kommen fremde Leute, die fuer diesen Verstorbenen beten. Meist "Ave Maria" oder "Vater unser". Danach bekommen sie relativ viel Brot und ein Becher Zuckerrohrschnaps oder Bier. Auf dem Gelaende sind recht viele Menschen die Tische fuer ihre Verstorbenen aufgestellt haben.Wo das alles endet kann man sich vorstellen.Ein Massenbesaeufnis an Allerseelen.Die Kinder die nur Brot sammeln rattern die Gebete runter, waehrend die Erwachsenen besoffen versuchen irgendein Gebet zusammenzukriegen und kurz davor sind umzukippen. Ueberall wird uriniert und dazwischen sieht man noch irgendwo Musikkapellen die vor einigen Graebern gegen Bezahlung spielen. Ich hatte an diesem Tag weiterhin starke Kopfschmerzen und hatte grosse Schwierigkeiten auf dem Gelaende nicht alkoholische Getraenke zu bekommen, denn die Staende die keine Hamburger verkauften, boten nur Bier an.
Am naechsten Morgen machte ich in Challapata eine ganz andere Erfahrung. Langsam wurde mir die Ernsthaftigkeit der Zusammenarbeit der sozialistischen bolivianischen Regierung mit Venezuela und Kuba deutlich. Auf dem Rueckweg vom Huayna Potosí wurde mir erzaehlt, dass es in El Alto ein neues Krankenhaus mit Kubanern gibt wo es kostenlose aerzliche Versorgung und Medikamente gibt. Ich ging dort nicht hin und begnuegte mich mit Kokablaettern(s.o.).In Challapata sah ich jedoch einen kubanischen Arzt der hier "auf dem Dorf" den Indiofrauen Tipps und Mittel zur Empfaengnisverhuetung gab.
Von Challapata wollte ich nach Lukumpaya Phawa. Dort soll es recht schoen sein. Jedoch scheiterte schon die Fahrt nach Cruce. Schliesslich ging es direkt nach Miraflores bei Potosí, wo ich in Thermalquellen badete. Am naechsten Morgen schwamm ich in der Lagune "Ojo del Inca" die relativ warmes Wasser hat, da auch Wasser von den Thermalquellen in sie hineinfliessen.
Auf dem befestigten Weg von Potosí nach Camargo ist 2 Tage bevor ich dort lang gefahren bin ein Bus verunglueckt. Der Bus war noch immer in der Schlucht. Es starben anscheint drei Menschen. Heute auf dem Pfad von Tarija nach Villamontes ist einige Stunden zuvor ein LKW in einen Graben gestuerzt. Er lag mit den Raedern nach oben dort, aber der Fahrer hatte keinen Schaden genommen. Vor der Ankunft in Villamontes fuhren wir durch die Schlucht Angosto de Villamontes oder auch als Cañon de Pilcomayo bekannt.
Ein paar bolivianische Woerter sind "harto" was eigentlich nur "ueberdruessig" heisst. Hier wird es fuer "viel" verwendet. "Pension" ist in Bolivien ein Restaurant. Eigentlich ist es eine Unterkunft. Das in Bolivien viel verwendete Wort "movilidad" ist eine Transportmoeglichkeit. "Chulo" sind die lustigen Muetzen der Indios(mit Ohrlaeppchen). In La Paz sieht man aber nur Touristen damit rumlaufen.
Gruesse aus Tarija
Nun reise ich wieder auf vollkommen neuen Wegen...

Aufenthaltsliste 2006

Do, 27. Juli
Frankfurt-Hahn (Deutschland)
Barcelona (Spanien)
Grenze Kolumbien
Cartagena de Indias (zum 2.)

Mo, 31.Juli
Barranquilla

Di, 1.August
Parque Tayrona

Do 3. August
Fundación

Fr, 4.August
Bucaramanga

So, 6. August
Tunja

Mo, 7.August
Villa de Leyva

Mi, 9.August
Santa Fe de Bogotá (zum 3.)

Mi, 16.August
Ausflug: Zipaquirá


Do, 17.August
Manizales (zum 2.)

Sa, 19.August
Chinchina

So, 20.August
Manizales

Mo, 21.August
Armenia

Di, 22.August
Santiago de Cali

Di, 29.August
Popayán

Do, 31.August
San Andrés de Pisimbalá

Fr, 1.September
La Plata

Sa, 2.September
San Agustín

Di, 5.September
Mocoa

Mi, 6.September
San Juan de Pasto

Do, 7.September
Tutachag(bei Túquerres)

Fr. 8.September
Ausflug: Vulkan Azufral


Sa, 9.September
Ipiales

So, 10.September
Grenze Ecuador
Tulcán

Mo, 11.September
San Miguel de Ibarra

Di, 12.September
Otavalo
Quito (zum 2.)

Sa, 16.September
Chone

So, 17.September
Puerto López

Mi, 20.September
Santiago de Guayaquil

Do, 21.September
El Tambo

Fr, 22.September
Ingapirca
Cuenca

Sa, 23.September
Machala

Mo, 25.September
Grenze Peru
Tumbes

Do, 28.September
Punta Sal

Fr, 29.September
Màncora

Sa, 30.September
Piura (zum 2.)

So, 1.Oktober
Chiclayo (zum 3.)

Mi, 4.Oktober
Chimbote (zum 3.)

Do, 5.Oktober
Sechín
Barranca

Fr, 6.Oktober
Caral
Lima (zum 3.)

Do, 19.Oktober
Pachacámac
Nazca (zum 3.)

Fr, 20.Oktober
Puquio (zum 2.)

Sa, 21.Oktober
Abancay

So, 22.Oktober
Saywite
Cusco (zum 2.)

Mo, 23.Oktober
Ausflug: Sacsayhuamán, Tipón

Di, 24.Oktober
Chucuito

Do, 26.Oktober
Grenze Bolivien
Tiahuanaco

Fr, 27.Oktober
La Paz (zum 3.)

So, 29.Oktober
Ausflug: El Alto

Mo, 30.Oktober
Ausflug: Huayna Potosí

Di, 31.Oktober
Oruro (zum 2.)

Do, 2.November
Challapata

Fr, 3.November
Miraflores(bei Tarapaya)

Sa, 4.November
Potosí (zum 2.)

Mo, 6.November
Camargo

Di, 7.November
San Lorenzo
Tarija

Do, 9.November
Ausflug: San Jacinto


Fr, 10.November
Villamontes

So, 12.November
Grenze Paraguay
Filadelfia (in Fernheim)

Mi, 15.November
Neu-Halbstadt (in Neuland)
Lambaré

Do, 16.November
Asunción

So, 19.November
Grenze Argentinien
Clorinda

Mo, 20.November
Formosa
Resistencia

Di, 21.November
Corrientes

Do, 23.November
La Paz(Entre Rios)

Fr, 24.November
Crespo
Paraná (zum 2.)

Sa, 25.November
Rosario
Buenos Aires (zum 2.)

Di, 28.November
Ausflug: La Plata

Mi, 29.November
Grenze Uruguay
Colonia del Sacramento

Sa, 2.Dezember
Montevideo

Di, 5.Dezember
Piriápolis

Mi, 6.Dezember
Ausflug: Pan de Azúcar


Do, 7.Dezember
Punta del Este

Fr, 8.Dezember
Maldonado
Punta del Diablo

Sa, 9.Dezember
Festung Santa Teresa
Chuy
Grenze Brasilien
Chuí

So, 10.Dezember
Cassino

Di, 12.Dezember
Rio Grande

Mi, 13.Dezember
Porto Alegre

So, 17.Dezember
São Leopoldo

Mo, 18. Dezember
Novo Hamburgo
Dois Irmãos (Baumschneis)

Di, 19.Dezember
Jammertal
Nova Petrópolis - Linha Brasil

Mi, 20.Dezember
Pinheiro Multisecular
Gramado

Do, 21.Dezember
Canela

Fr, 22.Dezember
Cascata do Caracol
Gramado

Di, 26.Dezember
Cambará do Sul

Mi, 27.Dezember
Ausflug: Canyon Itaimbezinho

Do, 28.Dezember
Ausflug: Canyon Fortaleza

Fr, 29.Dezember
Criciúma
Laguna

Mo, 1.Januar 2007
Ausflug: Farol de Santa Marta

Di, 2.Januar 2007
Florianópolis

08 November 2006

Wenn wir schon bei schlechten Nachrichten sind...

Ein paar Tage nachdem ich erfuhr, dass ich meine Diplomvorpruefung nicht bestanden habe,
ereignete sich Folgendes: Ich wollte noch ein Foto von einem "SS-Mann" im Zentrum Limas
machen. Da jedoch der Ex-Praesident Perus, Valentin Panigua, am Vortag verstorben war,
wurde am diesem Tag ab 12 Uhr offiziell getrauert und alle Banken waren geschlossen. So
konnte ich keinen SS-Sicherheitsmenschen mehr antreffen. Nunja ich ging noch zum Frisoer und habe mir dann die Avenida Grau angeschaut, denn sie war einige Wochen zuvor modernisiert worden. Dann wollte ich zur Quita Heeren gehen. Da ging es durch weniger schoene Strassen Limas, obwohl man sich nur ein paar hundert Meter vom Hauptplatz der Stadt entfernt befand. Ich war aber sicherlich schon in gefaehrlicheren Gegenden in anderen Staedten.

Natuerlich gehe ich nie irgendeine Gefahr ein, wenn ich meinem Rucksack und vor allem meinen Reisepass und meine Scheckkarte mit mir fuehre. Aber wenn alles in meiner Unterkunft
deponiert ist, gehe ich meist nur mit ein paar Euro(umgerechnet) durch die Strassen und habe
sonst nix dabei. Dann gehe ich oft auch mal ein Risiko ein. Mir kann ja nix passieren. Was soll
man mir stehlen? Dann bin ich manchmal auch spaet abends in nicht immer den besten Gegenden. Ich bin mal nachts ein paar Kilometer durch die westlichen Vororte Medellins gelaufen, weil ich kein Geld mehr fuer ein Taxi hatte. Sonst haette ich das nicht gemacht. Auch noch viele andere Geschichten koennte ich aufzaehlen.

Zurueck nach Lima. Dort lief ich um 5 Uhr nachmittags weiter und es war kein Gedraengel auf
der Strasse. Aber durch die zentrumsnahe Lage gab es doch recht viele Laeden die geoeffnet
hatten und es waren nicht wenige Leute auf der Strasse. In einem Laeden in dem ich mich
nach dem Weg zur "Quita Heeren" erkundigte(sie war nur noch 200-300 Meter entfernt), wurde ich auf die Gefahr von Dieben aufmerksmam gemacht. Aber so nah am Ziel. Was soll mir denn passieren? Ich habe doch nicht den Reisepass und kein Scheckkarte dabei... Inzwischen war ich der Ueberzeugung, dass ich nie ueberfallen werden wuerde. Solche Gedanken hatte ich auch bei "Ich breche mir nie einen Arm oder Bein". Das einzige was ich noch zufaelligerweise dabei hatte, war die Kamera, mit der eigentlich eine Sicherheitskraft fotografiert werden sollte. Die Kamera funktionierte jedoch nicht mehr besonders gut. Wenn ich sie anschalten wollte kam manchmal das Objektiv nicht mehr raus. Das Ausschalten war noch schlimmer, da sich das Objektiv nicht wieder einfahren liess. Die Kamera schaltete sich zwar aus, aber das Objektiv war weiterhin draussen. So konnte ich die Kamera aber nicht transportieren, denn dann haette das Objektiv weiteren Schaden genommen. Also musste die Kamera so oft ein und ausgeschaltet werden und im richtigen Augenblick mit dem Fingen nachgeholfen werden bis die Kamera sich ausschaltete und gleichzeitig auch das Objektiv eingefahren war. Die Kamera hatte fuer mich an Wert verloren, auch wenn dort der von mir gekaufte 1-GB Memomy-Stick dabei war. Ich ging einen Strassenblock weiter und sprach gerade jemanden an um zu fragen, ob die "Quita Heeren" geradeaus oder rechts sei. In diesem Augenblick kam eine Person von hinten, umschloss mit ihrem Arm meinen Hals(Sie nahm mich in einen Schwitzkasten) und griff in meine hintere Hosentasche. Ich hielt meine Hand daraufhin an diese Hosentasche. Dieses verzoegerte um eine Sekunde die Entnahme der Kamera aus meiner Hosentasche. Nach drei bis vier Sekunden endete unsere konversationslose Begegenung damit, dass die zwei Jugendlichen in die Richtung rannten aus der ich urspruenglich kam. Ich rannte diesen beiden hinterher, es war ja tagsueber und ralativ viele Leute auf der Strasse, bruellte "¡¡¡CHORRROS!!!"(peruanisch fuer Dieb) -Aber ich konnte sie aber nicht mehr einholen bevor sie in einer Seitengasse verschwanden.

Wer haette das gedacht, dass ich jemals ueberfallen werde. Was mich aber noch viel mehr erstaunt ist die Art und Weise. Diese Dreistigkeit am hellichten Tage und mit ralativ vielen Leuten auf der Strasse, aber nicht in einem Gedraengel, was ich widerum fuer wahrscheinlicher gehalten haette. Was mich wirklich schockierte ist diese Tatenlosigkeit der Mitmenschen. Die Diebe haette man aufhalten koennen. Daraufhin kam die Polizei. Ich fuhr mit ihnen ein paar Runden um den Block. Dann habe ich eine Anzeige gestellt und hielt mich dafuer ein paar Stunden auf der Wache auf. Schliesslich ging es zurueck zu meiner Unterkunft. Dann traf ich noch ein paar Freunde, die die Gegend kennen wo ich ueberfallen wurde. Sie sagten sie koennten die Kamera wiederbeschaffen. Am naechsten Tag teilten sie mir mit, das es ihnen nicht gelungen sei. Insgesamt war es wohl das zweitschlimmste Eriegnis dieses Jahr.

In Anbetracht der geringen Resonanz auf den Beitrag "flickr" (http://claudiusamerika.blogspot.com/2006/10/flickr.html) ist dieser
Verlust wenig schmerzlich, denn es hat sich bis heute keine Loesung abzeichnen koennen. Also
haette es sowieso keinen Ort zum veroeffentlichen der Fotos gegeben.
In El Alto, der extrem verarmten Vorstadt von La Paz, habe ich mir ein Automatik-Kamera
gekauft, mit der ich bisher kaum ein Foto gemacht habe. Ich habe sie jedoch erworben um die
deutschen Kolonien in Paraguay und Brasilien zu fotografieren.

Und jetzt hoffentlich kein Hals- und Beinbruch. Denn inzwischen glaube ich, dass mir sowas theoretisch passieren kann...