Claudius in Lateinamerika

Un mono en Colombia

31 Dezember 2006

Frohes neues Jahr

Hey Claudius,

von mir und der Mutter, Djamila und Shera ein Frohes neues Jahr!

Feier schön, ich nehme hier die Bude auseinander, die Mutter und Kinder in Tunesien...

Viele Grüße

Julian

04 Dezember 2006

Las Malvinas son argentinas

Fleisch Parana

Einige argentische Vokabeln sind:
chango - Einkaufswagen
remís - Taxi
re-contra - total-extrem
NAFTA - Benzin
estación de servicio - Tankstelle
mina - Maedchen
cole (colectivo) - Bus
¡che! - Hey!, Hoer mal!, Typ!
boludo, a - Idiot, Scheisskerl, Arsch (aber eher nett gemeint)

http://www.flickr.com/photos/cafeina/301765164/
Foto besser bei euch in flickr hochladen und in diesen Eintrag integrieren

Als ich von Asuncion ueber Falcón nach Clorinda gefahren war, suchte ich an der Grenze ein blaues "Las Malvinas son argentinas"-Schild. Ich fand jedoch keines. Spaeter erzehlte mir man in Clorinda, dass es ein Schild am Ortseingang in Clorinda gaebe. Ich war kurz davor mit dem Stadtbus zum Ortseingang zu fahren, da ueberlegte ich mir lieber doch einen Bus nach Formosa zu nehmen. Und ich hatte Glueck. Wir verliessen Clorinda zwar nicht in Richtung Paraguay(wo ich ja herkam), sondern Richtung Formosa. Jedoch einige Kilometer nach Clorinda gab es eine Polizeikontrolle und aus dem Fenster konnte ich ein "Las Malvinas son argentinas"-Schild sichten. Also packte ich meine Automatik-Kamera, die ich in El Alto(Bolivien) gekauft hatte, aus und konnte so noch ein Foto machen, weil wir wegen der Kontrolle sowieso den Bus verlassen mussten.
Wegen unserer Vergangenheit(z.B. 30.06.06) sollten wir uns uneingeschraenkt hinter die Argentinier stellen. Die Leiden die die Argentinier Tag fuer Tag ertragen muessen und die permanente Demuetigung durch den grauenhaften Verlust der Falklandinseln ist ein historisches Unikum. Doch wir(und die gesamte Menschheit) haben den Argentiniern viel mehr zu verdanken als es auch nur irgendjemanden bewusst sein koennte. Stellen wir mal eine rhetorische Frage: Was waere wenn die Malvinen argentinisch waeren? Auch wenn ihr die Antwort sicherlich kennt, wiederhole ich es nochmal: Die Welt waere vollkommen. Wieso hat sich Europa und die USA 1982 hinter Grossbritannien gestellt? Weil man die Vollkommenheit der Welt nicht akzeptieren wollte? Nein, viel mehr. Bisher hatte man nur machtpolitsche Motive vermutet, doch in diesem Fall ist die Forschung zu der Erkenntnis gekommen, dass man die Menschheit vor dem Ende der Welt retten wollte. Wieso leben wir? Warum atmen wir Luft? Warum gibt es das Wunder des Lebens? Wer ist Gott? All diese Fragen lassen sich beantworten. Unsere Existenz ist den Märtyrern, den Argentiniern zu verdanken. Deshalb moechte ich euch durch die Strassen ziehend, mit Transparenten auf denen "Die Falklandinseln sind ARGENTINISCH!" steht, sehen.

Nuestra Señora Santa Maria de la Asunción

Von Villamontes ging es mit einem Bus ueber Ibibobo(wo ich den Ausreisestempel von Bolivien erhielt) nach Paraguay. Ibibobo war der letzte Militarstuetzpunkt der Bolivianer und danach fuhr man 300 Kilometer durch das Nirgendwo durch den tiefsten Chaco. Wo bis vor wenigen Jahren an eine Busfahrt nicht zu denken war. Doch auf der paraguayischen Seite wird derzeit bereits asphaltiert. Ab der "Siedlung" La Patria beginnt(bzw. endet) der Asphalt und von dort kommt man dann auch schnell in das 100 Kilometer entfernte Mariscal Estigarribia, der ersten Ortschaft in Paraguay, wo uns die Taschen, Rucksaecke etc. wegen einer Drogenkontrolle sehr gruendlich kontrolliert wurden. Aus Versehen hatte ich mein Tuetchen Koka-Blaetter noch dabei. Nur ich dachte als ich den Bus verliess, dass dort die "Migracion" sei. Als wir aber unsere Taschen alle in einer Reihe aufstellen mussten und ein Drogenspuerhund diese Taschen(auch meinen Rucksack) beschnueffelte, wurde mir mulmig. Andere Fahrgaeste versuchte ich dezent ueber die Legalitaet von Koka-Blaettern in Paraguay zu befragen. Die Schnueffelaktion dauerte vielleicht "lange" 10 Minuten. Dann wurden wir persoenlich durchsucht und unsere Taschen. Ich sagte der Anti-Drogenpolizei, bevor ich meine Tasche begann auszuraeumen, dass ich in Bolivien ein paar Koka-Blaetter fuer einen Koka-Tee gegen die Hoehenkrankheit(Sorroche) erworben hatte. Daraufhin antwortete der Beamte mir, dass dies kein Problem sei und ich war erleichtert.
Eine halbe Stunde spaeter fuhren wir zum Zoll(einen Kilometer weiter) dort verbrachten wir "nur" 10 Minuten, dann ging es schliesslich zur Migration(nebenan). Nachdem wir uns schon etwa eine Stunde in Mariscal Estigarribia aufhielten, dachte ich wir wuerden jetzt endlich weiter Richtung Filadelfia fahren. Doch stattdessen fuhren wir wieder zur Drogenpolizei, und warteten und warteten. Aber warum warteten wir? Eine sehr gut Frage. Ich wollte den Bus verlassen und die Drogenpolizei wies mich zurueck. Die Drogenpolizei und die Fahrer des Buses fingen an Billard zu spielen oder SMS zu schreiben. Langsam fing ich an, mich mit ein paar Bolivianern ueber diese Zustaende(niemand beantwortete die Frage warum wir warteten) in Paraguay lustig zumachen, bis mir endlich jemand erklaerte das doch zwei Fahrgaeste fehlten und diese haben vermutlich ein Abfuehrmittel verabreicht bekommen und alle warten darauf das sie auf Toilette muessen. Ueber diese Grenze wird anscheint viel Heroin und Kokain ueber den Magen geschmuggelt. Nach einer weiteren Stunde ging es schliesslich weiter.
Der Bus der von Santa Cruz de la Sierra nach Asuncion fuhr, liess mich an der Kreuzung nach Filadelfia raus. Von dort fand ich jemanden der mich auf seinem Moped nach Filadelfia mitnahm. Filadelfia ist die Hauptstadt der Mennoniten-Kolonie Fernheim.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fernheim
http://www.michaelseeger.de/py/economi.htm
Normalerweise sind in Lateinamerika alle Staedte sehr zentralisiert. Das heisst das Zentrum ist sehr kompakt. Filadelfia ist das genaue Gegenteil davon. Die Blocks sind etwa 5mal so lang wie normalerweise(statt 100 Meter 500 Meter) und mitten im "Zentrum" befindet sich eine Fabrik und Wasserreservoire.

Hotel Filadelfia
Breitengrad: 22°21'47.20"S
Laengengrad: 60° 2'2.27"W
Mal sehen ob ihr es bei Google Earth so findet.

Hauptstrasse Hindenburg
Genossenschaften in Paraguay

Ausserdem gibt es viele Moskitos und es ist sehr heiss. Entfernung
Interessant ist auch das "politische System" in den Mennoiten-Kolonien: Es gibt Buerger, sie sind die Kolonisten die den Oberschulzen waehlen duerfen. Die Latinos(Paraguayer) und Indianer haben keine Mitgestaltungsmoeglichkeit. Jedoch soll nun Fernheim in das politische System Paraguays integriert werden. Es haben im November 2006 Kommunalwahlen stattgefunden nach denen Filadelfia erstmals einen Buergermeister bekoemmen wird, der von der gesamten Bevoelkerung gewaehlt worden ist. Was fuer eine Sprache wird dort hauptsaechlich gesprochen? Die Frage ist schwer zu beantworten. Die Rangfolge ist etwa so: 1.Spanisch(80 %), 2.Plattdeutsch(50 %), 3.Hochdeutsch(40 %), 4.Lengua(30 %), 5.Portugiesisch (20 %), 6.Guraní(10 %)
Es gibt wohl kaum einen Ort wo man innerhalb kuerzester Zeit problemlos 6 verschiedene Sprachen hoeren kann. Anfangs hatte ich Hemmungen die Leute auf Deutsch anzusprechen, aber nachdem man die Leute in den Geschaeften staendig hoert "Noch was?", wenn jemand etwas kauft, zerstreuten sich diese Hemmungen. Das Problem sind die Hunsrueck-Brasilianer die sich zuerst in Suedbrasilien angesiedelt hatten und spaeter in den Chaco kamen. Sie sehen zwar sehr deutsch aus(und sind vor allem eindeutiger deutscher Abstammung) sprechen aber kein deutsch mehr sondern nur portugiesisch. Waehrend die Mennoiten eigentlich alle Russlanddeutsche sind, das Russische aber verlernt haben, und die deutsche Sprache bewahren.
Ich habe noch keinen Ort in Lateinamerika kennengelernt wo soviel deutsch gesprochen wird.

Auf den Friedhoefen und an anderen Plaetzen ist mir folgender Psalm aufgefallen: "Bis hierher hat uns der HERR geholfen". Dieser ist genau so in deutscher Sprache dort aufgeschrieben. Ich finde diesen Satz sehr passend zum Chaco.

http://www.neuland.com.py/german/german.htm
Schliesslich fuhr ich auch noch nach Neu-Halbstadt in Neuland. Transportmoeglichkeiten zu der 30 Kilometer entfernten Kolonie gibt es fast nicht. So habe ich getrampt. Auf dem Rueckweg nach Filadelfia fand ich sogar eine Mitfahrgelegenheit bis nach Asunción.
Ich habe es Professor Meding zu verdanken, dass ich mir in Asuncion der historischen Bedeutung dieser Stadt bewusst war. Heute ist Asuncion selbst in Suedamerika nicht gerade bedeutend, aber die gesamte Besiedlung des suedlichen Suedamerikas fand von Asuncion statt.

Das bekannteste was man von Paraguay in Deutschland kennt, ist wahrscheinlich der Fussballspieler Roque Santa Cruz. So spielte ich auch einer Paraguyer in Asuncion das Lied "Ich, Roque" vor.

Benzinpreise in Euro/Liter:
Venezuela 0,03
Ecuador 0,214
Bolivien 0,32
Argentinien 0,37
Kolumbien 0,39
Paraguay 0,67
Peru 0,74
Uruguay 0,80
Brasilien 0,85

Danke fuer das fotografieren der Karten.